Mittwoch, 25. Mai 2016

Paisley Nächte / MMM

"Animal" heißt es heute bei vielen Teilnehmerinnen am MMM. Von Leo-Druck bis Koi-Karpfen tummelt sich allerhand Getier auf dem MMM Blog. Da kann ich nicht mithalten. Ich hab nix tierisches in meiner Garderobe.
Wenn schon Muster dann Streifen, Karo oder manchmal Blumen. Oder Paisley. Ja Paisley, das mag ich wirklich gern. Paisleystoffe für die Tagesgarderobe zu finden gleicht einem 6er im Lotto. Ich habe zwei Blusen hier und hier, die vielleicht in diese Kategorie fallen. 

Paisley für die Nachtgarderobe finde ich dagegen absolut toll. Die entfernte Amöbenform der Paisleys geht vielleicht doch noch in der Rubrik "Animal" durch;-)

 
 
Dass ich auch nachts lieber Blusen statt Shirt trage, wurde schon bei diesem Post festgestellt. Ich liebe Nachthemden und Schlafanzüge aus Webstoff und lange Ärmel mit Manschetten. 

Mein Projekt zum Stoffabbau hat mir nun einen neuen Schlafanzug beschert. Das Oberteil ist nach einem Blusenschnitt von Ottobre (ähnlich auch hier und hier) den Schnitt für Schlafanzughose habe ich von meinen normalen Hosenschnitten übernommen.


Die Hose wird mit einer Knopfleiste geschlossen. Die langen Hosenbeine musste ich stückeln sonst hätte der Stoff nicht gereicht. Weite Hosen brauchen bei mir 2,20 m Stoff, hier hatte ich nur 2,00 m.


Im Oberteil sind zwei verwandete Paisley-Stoffe kombiniert, der Kragen ist aus dem Stoff der Hose. Beim Kauf des Stoffes wollte ich ein langes Nachthemd nähen und kaufte von jedem Muster 1,50 m - tja ich hatte außer Acht gelassen, dass Patchworkstoff nur 1,15 m breit liegen (wenn überhaupt)  - für ein gemütlich weites Nachthemd  reichte die Stoffmenge nicht, darum wurde der Schnitt auf Blusenlänge gekürzt und eine separate Schlafhose genäht.


Die Reste vom Paisleystoff sind zum wegwerfen viel zu schade ... und so ergab sich eine weitere Verwendung in Patchworkdecke (hier) und Patchwork-Kissen.


Auf dem MMM Laufsteg begrüßt uns heute das gesamte MMM-Team - was für ein Einsatz! Vielen Dank für die Organisation. Ich bin gespannt in welchen verschiedenen Form heute Animals zu bewundern sind.


Freitag, 20. Mai 2016

Stückwerk für den Sommer

In Gedanken habe ich diese Decke bereits im März genäht. Da fasste ich den Entschluss aus blaugemusterten Baumwollstoffen eine große Decke zu nähen, die dem Herzblatt im Sommer als Schlafdecke dienen kann. 
1. Ziel: schöner schlafen für den Lieblingsmann
2. Ziel: Stoffabbau und Resteverwertung


Die Decke ist sehr groß 1,65 cm in der Breite und 2,30 cm in der Länge.  Es sind 176 Quadrate zu 15 x 15 cm  vernäht, dann noch die Umrandung von je 7 cm.



Die Rückseite ist ein alter Bettbezug, weißer Dammast, sehr schön glatt und kühl für den Sommer. Das Innenleben ist eine dünne Fleecedecke vom Möbelschweden, ich habe zwei Exemplare zusammengenäht damit es von der Größe passt, die Kaufgröße der Fleecedecke ist 130 cm x 170cm.


Die fertige Decke wurde einer "Wertschätzung" unterzogen - so schaut der Versuchsaufbau vom Herzblatt dazu aus.


2100 gr. verteilt auf so viel Fläche ergibt wirklich ein leichtes Sommerbettdeck, dass dann komplett in die Waschmaschine wandern kann.


Hinter der Decke steht das Herzblatt, die Decke ist wirklich ausreichend groß, da schaut nichts raus wenn Mann sich zudeckt ;-)


Die versierte Patchworkerin wird erkennen, dass nicht alle Quadrate ganz quadratisch sind und es auch ab und an leichten Versatz im Muster gibt. Manche Stoffe haben sich etwas gedehnt, andere überhaupt nicht - da ich wirklich Reste vernäht habe, treffen viele verschiedene Stoffqualitäten aufeinander die sich anders verhalten. Außerdem bin ich beim präzisen Zuschneiden wahrlich kein Held, wenn es um die vielen Quadrate geht (bei Bekleidung bin ich immer sehr genau!). Rollschneider mag ich nicht.... ich habe Linien auf den Stoff gezeichnet und mit der Schere ausgeschnitten.

Aus den kleineren Reststücken habe ich dann noch 7 x7 cm Quadrate geschnitten und eine Kissenhülle genäht. 

In der Stoffbilanz schlägt die Decke mit 2,80 m für das Top und 2,40 m für die Rückseite sowie 0,75 m für die Umrandung zu Buche. 

Gern würde ich eine weitere solche Decke nähen... 
meldet sich jemand freiwillig für das Zuschneiden???..

Mittwoch, 18. Mai 2016

Bleistiftrock im Frühling / MMM

Im Winter trage ich gern lange Röcke, die sind so herrlich warm, viel wärmer als Hosen. 
Mit dem Frühling kommt die Lust auf knieumspielende Röcke mit dünnen Strümpfen und Pumps.


Blazer drüber, blaues Seidentuch zum neuen blauen Shirt und ich bin bestens fürs Büro gekleidet und gut gerüstet für Termine aller Art.

Der graue feste Wollstoff ist in sich leicht kariert und hat blaue und violette Anklänge im Stoff. Ich hatte vor gut einem Jahr 80 cm davon in Leipzig gekauft. Beim Zuschnitt blieb kein Fitzel übrig, ich meine am rückwärtigen Gehschlitz musst ich schon etwas improvisieren, damit der Stoff reicht.


 Außerhalb des Büros lässt sich der Rock mit dem lila-Jenna Cardi kombinieren, da wird dann der Farbton aus dem Rock aufgegriffen. Auch wenn es kaum jemand sieht, mir gefällt die farbliche Klammer.


So ein grauer Rock ist sehr variabel. Meine rote Postbluse passt dazu ....
  .... und auch das neue maigrüne Shirt, entweder mit grauem Blazer ....

 .... oder noch besser mit dem dunkelblauen Blazer. 

Ich mag Bleistiftröcke. Sie sehen nicht nur gut aus, frau fühlt sich auch gut darin, irgendwie geben so schmale Röcke eine gute Haltung - dafür nehme ich Einschränkung in der Bewegrungsfreiheit gern in Kauf und meide Autofahren oder Fahrten mit dem Zug ;-) 

Nachtrag: Der Schnitt für den Rock ist von Burda 7248.
Auf dem MMM Laufsteg geht es heute frühlingshaft bunt zu. Ich freue mich auf den Bummel durch die Blogs. Die Parade wird angeführt von Katharina, die gleich einen ganzen Reigen an Kleidern vorstellt. Vielen Dank für die Organisation!

Dienstag, 17. Mai 2016

Strandspaziergang

Am Pfingstmontag haben wir einen Strandspaziergang unternommen. Es war windig und sonnig - das Meer zeigte sich von seiner aufregenden Seite. 








Meeresfarben haben ich auch grade unter der Nähmaschine...


Eine gute Woche!

Mittwoch, 11. Mai 2016

Frühlingsfrisch im Ringelshirt / MMM

 

Ringelshirts und Frühling - das gehört für mich irgendwie zusammen. Im Winter trage ich kaum Ringelshirts - jedenfalls nicht weiß-blau ;-) sondern eher in gedeckten Farben. Aber jetzt ist Frühling, also her mit den blau-weißen Ringeln. 
  

 In meinem Stofflager fanden sich 2,50 m marineblau-weiß geringelter Viskosejersey, den ich zu zwei Shirts vernähte. 
 Die Ärmel sind 3/4 lang, das passt zu vielen Gelegenheiten und sieht auch ohne "oben drüber" angezogen aus.
Dem schlichten Shirtschnitt nach Ottobre 303 habe ich noch ein Schluppenband spendiert, dass an  den hinteren Halsausschnitt  genäht ist.
Macht so ein Ringelshirt gleich variabler und auch Blazer-tauglich.  


Zusammen mit der dunkelblauen Hose aus Sommerwolle ein passendes Büro-Outfit. 


Zum knallig roten Rock schaut so ein Ringelshirt natürlich auch prima aus, aber ich muss gestehen, dass dieser Rock es bisher noch nicht ins Büro geschafft hat. Er ist einfach zu knallig und leider sehr knitteranfällig. Na mal sehen, vielleicht wird das noch. 

Beim heutigen MMM werden sicher weitere Ringelshirts zu sehen sein und ganz bestimmt auch schon herrliche Kleider. Das herrliche Wetter der letzten Tage war perfekt dafür die Garderobe auf Sommertauglichkeit zu prüfen. 
Hier geht es zum heutigen MMM Laufsteg. Vielen Dank für die Organisation.

Freitag, 6. Mai 2016

Geduld ist eine Tugend


Nicht jeder ist geduldig und nur wenige Menschen sind so geduldig wie meine Kollegin.


Vor mehr als zwei Jahren fragte sie mich das erste mal ob ich ihr einen Mantel nähen würde. Sie hätte da ein abgeliebtes Stück, dass sie unglaublich mag, für das sie aber keinen Erstatz findet.
Ich habe abgelehnt. Schließlich konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt selber noch keinen Mantel nähen. Und überhaupt, nähe ich nur für mich oder die Familie. und wenn ich für andere nähe, dann eher weil ich es anbiete und nicht weil ich darum gebeten werde. 

Dann nähte ich mir meinen ersten Mantel und brauchte 30 Stunden dafür.
Sie fragte erneut. Ich lehnte ab.

ich nähte einen zweiten Mantel und brauchte 20 Stunden dafür.
Sie fragte erneut. Ich lehte ab.

Und einen dritten Mantel und brauchte 20 Stunden dafür.
Sie fragte erneut. Ich lehnte ab, aber nicht mehr so entschieden wie die Male zuvor, denn zum eine ist es wirklich eine meiner liebsten Kolleginnen und zum andere imponierte mir ihre Geduld und Beharrlichkeit.

Dann nähte ich für eine Kollegin (meine liebste Kollegin) eine Babydecke.
Sie fragte erneut. Ein schwacher Moment - und sie hatte mich. Ich sagte zu. Ein Frühlings-Sommermantel sollte es werden.

Sie brachte mir ihren geliebten, aber abgetragenen  leichten Mantel mit, der ersetzt werden sollte. Ein schlichtes Modell ohne Taschen oder Riegel (Gott sei Dank), nicht mal ein Futter hatte das Original.
Ich versprach den Mantel für Frühjahr 2016, schließlich musste der Schnitt aus dem alten Mantel erstellt werden und auch die Wahl des Stoffes war nicht so einfach. Das Original war aus einem Romanit-ähnlichen Soff. Ich vernähe ausschließlich Webstoff für einen Mantel. Punkt. Einverstanden.



So startete das Mantelprojekkt im Juli 2015

  • Alten Mantel zerschneiden, Abnäher auftrennen usw. 1,5 h
  • Zuschnitt Probemodell und nähen Probemodell aus altem Bettlaken 2,5 h
  • Anprobe und abstecken Probemodell 1 h
  • Stoffproben bestellen und Stoff auswählen, Stoff bestellt 1,5 h
Das waren die Aktivitäten bis zum Herbst. Dann ruhte das Projekt.


Im März ging es weiter:

  • Zweite Anprobe Probemodell 0,5 h
  • Vom Probemodell den Schnitt abnehmen und Schnittmuster auf Folie malen 2,25 h
  • Schnittteil für Beleg und Futterteil vorn erstellen 1 h
  • Stoff zuschneiden, Futterstoff zuschneiden, Einlage zuschneiden 2,5 h
  • Einlage aufbügeln 1,0 h
An dem Tag habe ich mich ziemlich für meine Zusage verflucht. Stundenlang rutschte ich auf den Knien für das zuschneiden... die Stecknadeln piekten mich ständig und als dann noch Blut von der Finderspitze auf den weißen Stoff fiel - war ich drauf und dran alles in die Ecke zu feuern.

Aber versprochen ist versprochen.
Zur Aufmunterung nähte ich aus einem Reststück des weißen Stoffen eine einfache Tasche, als Clutch und schenkte es der Kollegin als Vorgeschmack. Der schöne Stoff kam schon toll zur Geltung auf der Tasche.



Also weiter:
  • Futtermantel nähen 2,5 h
  • Anprobe Futtermangel 0,25 h
  • Obermantel nähen 3,5 h
  • Anprobe und abstecken 0,5 h
  • Umsetzung aus der Anprobe: Ärmel enger, Vorderteil schmaler, Revers schmaler 3 h
  • Zweite Anprobe  0,5 h
Warten auf die richtigen Knöpfe.

Und dann die finalen Schritte: 
  • Fertigstellen, Saum, Knopflöcher und  Knöpfe, Länge eines Armes nachjustieren , Handsaum Ärmel, Steppnaht Revers und Kragen  3 h

Übergabe am 19. April 2016

Zeitlicher Aufwand für Schnitt, Probemodell, echtes Modell: 27,0 Stunden. Gefühlt sehr viel mehr, wegen der verschiedenen Phasen in denen das Projekt ruhte.



Meine Kollegin freut sich sehr über das edle Stück und hat es stolz im Büro vorgeführt, ebenso bei Freunden und der Verwandschaft. Fotos wurden durch die ganz Republik geschickt.
Diese Freude zu erleben ist sehr schön und auch Belohnung für meine Mühe.
Am 30.06. gehe ich mit meiner Kollegin in die Oper. Das ist neben dem Materialpreis ihr Teil der Vereinbarung. 

Den Schnitt für den Mantel habe ich vom Original abgenommen, den Futterschnitt habe ich selber erstellt. Die Passform ist nicht 100% aber ausreichend gut. Der Jacquard-Stoff ist steifer und weniger elastisch als das Original. Aber so wundervoll edel - das ist einfach schön anzuschauen.

Beim Nähen ist so heller Stoff etwas nervig - ich habe mir x mal die Hände gewaschen und auch öfter als sonst Staub gewischt - und habe extra ein neues Bügeleisen in Betrieb genommen, weil das alte an der Sohle schon einige Flecken hatte - auf keinen Fall wollte ich risikieren, dass der Stoff Flecke bekommt.


Das Fazit:
Meine Kollegin ist glücklich, sie hat einen außergewöhnlichen Mantel der ihr sehr gefällt und der eine besondere Geschichte hat.
Ich habe eine echte Herausforderung gemeistert. Es war schwerer als gedachte für einen anderen Körper zu nähen und häufig in Abstimmung zu gehen. Ich freue mich der Freude der Kollegin und auch an dem schönen, edlen Mantel. Ich freue mich auch auf den Opernabend.

In jedem Fall ist so ein Projekt ein heikle Angelegenheit. Was ist, wenn das Ergebnis dem Empfänger nicht gefällt? Allein aus Höflichkeit darf das nicht sehr deutlich formuliert werden. Was ist, wenn man als Näher das Projekt aufgeben muss, weil etwas schief gegangen ist? Dieser Stoff zum Beispiel ist nicht mehr erhältlich.

In unserem Fall hat alles gut geklappt. Ende gut alles gut.


Seit der Fertigstellung des Mantels bin ich wild entschlossen für lange, lange Zeit nur noch für mich zu nähen.
Tja, zwischenzeitlich hat die Nichte eine Bluse bekommen und einen Rock, meine Mutter ein Shirt und die große Patchworkdecke für das Herzblatt steht kurz vor der Vollendung. Aber dann, dann erstmal nur für mich...



Mittwoch, 4. Mai 2016

Tupfenbluse rot-weiss / MMM

Meine rot weiße Tupfenbluse habe ich bei Sewing by the Sea begonnen. 

So ein Flatterteil ist nicht aufwändig zu nähen, allein im flutschige Stoff besteht hier die Herausforderung. 

Verwendet habe ich einen Schnitt von Butterick für ein schlichtes Blusentop an das ich ein Schluppenband angefügt habe.


Die Ärmel sind halblang, das mag ich gern. Wirkt angezogen, aber nicht zu warm.
Bluse zur Hose. Noch ein Blazer drüber und es ist auch bürotauglich.




Der Stoff war ein Experiment bzw. Risikokauf. 100% Poly. Kommt mir nicht wieder ins Haus. Der Stoff ist absolut unelastisch und so ist auch bei dem relativ lockeren Fall die Beweglichkeit nicht übermßig. Mit Baumwolle oder Viskose wäre das anders. In Zukunft also lieber länger nach dem richtigen Stoff in Farbe und Material suchen, als einem schnellen Impuls nachgeben.

Einen Sommer wird die Bluse halten. Denke ich.Und allein durch Farbe/ Muster bekommt man gute Laune.

Heute wird es beim MMM sicherlich einen ganzen Reigen voll Frühlingskleidung zu bestaunen geben. Ich freue mich auf den Bummel durch die Blogs.
Angeführt wird die Parade heute von Dodo in einem Rock mit Fun Faktor. Vielen Dank für die Organisation!

Freitag, 29. April 2016

Janome MC 5200 / Erfahrungsbericht



Im Rahmen der Aktion von Marja Katz stelle ich heute meine zweite Nähmaschine, die Janome MC 5200 vor, die ich als Zweitmaschine seit 2014 nutze. 
Meine Haupt-Nähmaschine ist Pfaff Creative 2.0, die ich vor einiger Zeit schon auf Herz und Nieren geprüft habe. Bericht hier

Anschaffung und Folgekosten


Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft?


Gekauft Juli 2014

Janome Memory Craft 5200 zum Preis von 650 EUR




Findest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?


Ich habe die MC 5200 gegen die DC 4030 getauscht. Die DC 4030 hat ca. 450 EUR gekostet. Der Aufpreis von 200 EUR geht vor allem in 120 Zierstiche und mehr Einstellungsmöglichkeiten bei den normalen Stichen.

Für den Preis von 650 EUR kann die Maschine sehr viel, der Preis ist in Ordnung.



Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?


Automatische Knopflöcher, verstellbare Stiche in Länge und Nadelposition, Gradstichzungen, die eine separate Gradstichplatte ersetzen, verstellbarer Nähfußdruck



Wieviel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüßchen?


Die wichtigsten Füße waren dabei. 

Zusätzlich habe gekauft habe ich:

Fuß für nahtverdeckten Reißverschluss

Knopfannähfuß

Nahtschattenfuß

Obertransportfuß

Die einfachen Nähfüße kosten zwischen 10 und 20 EUR. Der Obertransport-Fuß kostet 49 EUR. 

Meine drei wichtigsten Zubehör-Nähfüße: 
Nahtschattfenfuß, nahtloser RV Fuß, Knopfannäh-Fuß



Wieviel Zubehör gibt es insgesamt für Deine Nähmaschine, welches davon hast Du und welches davon nutzt Du am meisten? Welches möchtest Du unbedingt noch anschaffen?


Ich habe alles was ich brauche. 




War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?


Die Maschine näht ohne Murren, ein Arbeitstier ohne Diven-Gehabe. 



Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)


Sehr gute Mittelklasse-Maschine, vergleichbar mit der Golfklasse bei Autos.

Zur Luxusklasse bräuchte es ein besseres Design, bessere Knopflöcher und mehr Durchlass.

Für Anfäger und Fortgeschrittene ist das eine sehr schöne Maschine. 



Praktikabilität


Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine?


Ca. 8 kg, deutlich leichter und auch kompakter als meine Pfaff-Maschine Creative 2.0.



Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?


Die Maschine wäre gut zum Mitnehmen geeignet, hat kompakte Maße und ist nicht zu schwer. Bei mir steht sie dauerhaft auf dem Nähtisch. Wenn die Hartschalenhaube nicht drauf ist, dann ist das Garn jedoch nicht vor Staub geschützt, wie z.B. bei der Pfaff. 






Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?


Haube drüber, Gaspedal und Netzkabel einpacken und fertig. 



Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?

Um den Bereich um die Unterfadenspule zu reinigen, muss die Stichplatte abgeschraubt werden. Das habe ich noch nicht gemacht. Bei der Pfaff lässt sich die Stichplatte aufhebeln, da ist das Reinigen einfacher.

Fadenführung des Oberfadens ist zugänglich, weil hier auch der Nähfußdruck eingestellt wird. Das ist vorteilhaft beim Reinigen. 


Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?


Die Glühlampe ist normal hell, LED Licht wie an der Pfaff wäre deutlich besser und heller.




Wie laut ist die Maschine?


Die Nähgeräusche sind leise bis normal laut.

Was mich stört ist das permanente leise Summen/Brummen des Motors, sobald die Maschine angeschaltet ist. 



Ist die Maschine intuitiv bedienbar?


Die Maschine ist gut bedienbar. Das große Tastenfeld ist mit den häufigsten Stichen belegt (Modus 1). Die anderen Stiche sind zum Modus 2 und Modus 3 zusammengefasst. Wenn man im richtigen Modus ist, können die Stiche über die Nummerntasten angewählt werden.

Sehr störend empfinde ich, dass die Maschine beim anschalten in das Stichprogramm 4 (Gradstich mit Nadel links) springt und nicht bei Programm 1 (Gradstich mittig) startet. Wer ohne Umschalten einfach losnäht, liegt dann 3,0 mm neben der Nahtlinie – und näht auf Nadelposition ganz links.

Das Foto zeigt die Einstellung nach dem Anschalten. Programm Nr. 4 mit dem Gradstich in der linken Nadelposition (0,5 statt 3,5 mittig)




Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?


Ja die Bedienungsanleitung ist ausreichend gut. 




Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?


Das ist möglich.

Dafür muss jedoch der Stecker für das Pedal ausgesteckt sein. Dann näht die Maschine mit der Start-Taste einfach los. 




Näheigenschaften


Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?


Pfaff Hobby 317, mechanische Maschine, die ich Anfang der 1990er nutzte.

Pfaff Creative 2.0 als meine Haupt-Maschine auf der ich unter der Woche nähe.


Janome DC 4030 und die jetzige Janome MC 5200 für meinen Nahplatz am Wochenende. Am liebsten nähe ich auf der Pfaff.Die Janome Maschine ist sehr schön und hat auch ausreichend Nähmöglichkeiten. Das Handling an der großen Pfaff gefällt mir jedoch besser als bei Janome. 


Einige Nähfüsse an der Janome sind nicht so gut, wie die Pfaff Nähfüße, vor allem nahtverdeckten RV, Nahtschatten und Knopfloch. 


Sehr viel besser als bei Pfaff ist hingegen der Knopf-Annähfuß. Der funktioniert wirklich sehr gut und ist schön robust.Ebenfalls sehr gut ist der Blindstichfuß – klappte auf Anhieb mit tollem Ergebnis. 


Insgesamt das Handling bei der Janome etwas sperrig. 


In der Stichplatte gibt es Löcher, in denen sich sehr oft die Köpfe der Stecknadeln verfangen.Der Hebel für den Knopflochfuß und für den Fadeneinfädler sind in der Ruhestellung so, dass sich beim Nähen von Ärmelrundungen und Säumen gern die Nadeln oder das Nähgut darin verheddern. 

Die Löcher in der Stichplatte sind lästig, weil die Köpfe von den Stecknadeln darin hängen bleiben. 




Wenn ich den Vergleich mit meiner Pfaff nicht hätte, würden mich diese Punkte wohl nicht so stören – da ich aber nun weiss, dass es anders geht, fällt es auch auf. 



Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?


Ich nähe auf der Janome 1 bis 2 mal die Woche, meist am Wochenende jeweils 2 bis 5 Stunden, hauptsächlich Bekleidung für mich. Die Maschine bietet an Funktionen alles was man dafür braucht.

Die vielen Zierstiche sind allerdings unnötig und im Stichbild nicht so gut wie bei der Pfaff. 

Zierstich-Übersicht bei der Janome. Die aufsteckbare Übersicht finde ich irgendwie billig. Die Halterung für die Steckkarte kann zum zweiten Garnrollen-Halter umgebaut werden. 



Welches Feature fehlt Dir für Deine Näharbeiten und auf welches Vorhandene möchtest Du auf gar keinen Fall verzichten?


Besserer Knopflochfuß, weniger hakelige Teile in denen sich das Nähgut verfängt.


Die Stichplatte ist recht klein und hat nur bis 2 cm Markierungen. Für Säume ist das zuwenig. Bei Pfaff ist die Stichplatte deutlich größer, bis 4 cm gibt es Markierungen.


Die Nähgeschwindigkeit ist auf der maximalen Stufe deutlich geringer als bei meiner Pfaff. 


Sehr schön an der Janome sind die Gradstichzungen beim mittigen Gradstich. Feine Stoff lassen sich damit perfekt nähen. Das Stichbild bei den normalen Stichen ist sehr gut, ohne dass man den Einstellungen etwas ändern muss. 

Ober- und Unterfadenspannung sind sehr gut aufeinander abgestimmt. 

Übersichtlich lassen sich die gängigen Nähfüße einsortieren.






Hat Deine Nähmaschine Features, die Du für unsinnig hältst?


Die Maschine ist funktional und hat zum Glück wenige Spielereien.



Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?


Automatisches Knopfloch, mehrere Ausführungen, die Knopflöcher lassen sich in der Stichbreite der Raupen anpassen.Am besten gelingt das normale Wäscheknopfloch; in 90% aller Fälle klappen die Knopflöcher. Manchmal werden die Knopflöcher unterschiedlich lang genäht, ohne dass sich eine Ursache erkennen lässt. Bei Blusen etc. ist das sehr ärgerlich. 


Die Einstellungen für Knopflöcher  bzw. der Knopflochfuß sind bei Janome weniger gut als bei Pfaff. Wenn man wirklich einen Knopf in den Fuß einlegt, damit die Länge des Knopfloches bestimmt wird, endet das im Desaster. Es werden ca. 5mm größere Knopflöcher genäht, als der Knopf an Durchmesser hat. 


Bei Mantelknöpfen mag das funktionieren, bei allen anderen Knopflöchern wird das Knopfloch viel zu groß. Daher muss man die Knopflochgröße immer mühsam manuell am Knopflochfuß justieren, das ist nervig. 




Potentielle Problemzonen 


Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?


Es gibt keine Probleme. Die Nähgeschwindigkeit ist nicht sehr hoch und lässt sich auch noch reduzieren, da gelingen auch kleine Rundungen. Hinderlich ist zuweilen das viele Gestänge aus Knopflochhebel, Fadeneinfädler, Nähfußhalterung usw. … darin verfangen sich Stoff und Stecknadel z.B. beim Ärmel einsetzen. 




Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?


Das Stichbild ist sehr gut.

Bei sehr dicken Stoffen hat die Maschine Mühe, z.B: Lederhenkel an eine Tasche nähen



Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?


Ja alles bestens.



Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)


Ja das ist sehr gut, vor allem beim mittigen Gradstich wird die Öffnung in der Stichplatte verkleinert, so dass man eine Gradstichplatte hat. 




Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?


Nähfußdruck runter, Fadenspannung auch und ich kann dann sehr gut Jersey nähen. Wichtig ist die richtige Nadel. Allerdings nähe ich Jersey am besten mit Gradstich oder kleinem Zickzackstich – der elastische Stich  ist eher untauglich bei feinen Stoffen, weil der Stoff vor- und zurück geschoben wird und dann eher wellt.



Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?


Alles gut möglich. Mit dem Schieberegler lässt sich die Geschwindigkeit beeinflussen von Schildkröte bis Hase ;-) 



Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?


Im normalen Bereich näht die Maschine tadellos.

Sehr dicke Stoffe sind schwierig, da hat die Maschine nicht genug Kraft.

Wenn es sehr gute Knopflöcher werden sollen, nehme ich die Pfaff und nicht Janome. 



Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wieviel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?


3,5 von 5 Sternen



Die Maschine näht sehr ordentlich und ist gut zu bedienen. Das Handling ist etwas sperrig, die Knopflöcher nur mittelgut, das Motorbrummen leicht nervig, nahtloser RV-Fuß und Nahtschattenfuß sind nicht sehr funktional … kurzum es fehlt ein Stück an Nähkomfort, Spritzigkeit und schönem Design. 

Die Maschine ist in der Golfklasse nicht der formschöne und schnittige
1er BMW sondern der funktionale Seat Leon.