Mittwoch, 11. Oktober 2017

Durchs Städtchen / MMM

Für den Spaziergang am letzten Wochenende durch unser Städtchen hatte ich mich sonntagsfein gemacht. 

Mehrfach stoppten wir, um Fotos für den MMM zu machen. Die verwunderten Blicke anderer Passanten können wir inzwischen ganz gut ausblenden, erstaunlich welche Entwicklung man so im Laufe der Zeit durchmacht. 

Sonniges Wetter mit frischem Wind - da macht sich mein roter leichter Mantel aus beschichteter Baumwolle ganz wunderbar. 


Darunter trug ich meine neue Hose aus grauem Wollmischstoff. Bewährter Schnitt mit weitem Bein, vorderem RV, diesmal mit abgenähter Bügelfalte. Blauer Blazer, blaues Seidentuch - die Hose passt sehr gut in die Bürogarderobe. 

  im Hintergrund eines der ganz wenigen Häuser der Stadt, die bislang nicht saniert wurden. "Früher" sahen ganze Straßenzüge so aus, heute ist es ein seltener Anblick. Was für ein Glück


 Passend zur Hose und auch um einen Stoffrest sinnvoll zu verbrauchen, habe ich noch ein Shirt genäht. 
Pflaume mit grau. Der pflaumenblaue Romanitjersey ist der Rest von diesem Kleid.


 Die Ärmel muste ich aus anderem Stoff ansetzen, damit das Ganze nicht so zusammengesucht ausschaut, haben die Ärmel einen Racing-Streifen bekommen. 


Der Halsausschnitt ist mit Beleg gearbeitet, das hat bei diesem Stoff sehr gut funktioniert. 
Ich freue mich, dass der Stoffrest so eine gute Verwendung gefunden hat und ich nun ein schönes Shirt mehr im Schrank habe. 


Stoffverbrauch:
Hose 1,30 m Wollmischstoff, 1 m Futterstoff
Shirt 0,80 cm Jersey


Diese interessierte Fellnase hat genau geschaut was wir auf dem Bürgersteig so treiben. Jacken aus, Tasche abstellen, Fotoapparat raus .... usw.  so richtig sinnvoll scheint das in ihren Augen nicht zu sein ;-)


Ich freue mich auf den Bummel über das virtuelle Mittwochstreffen der Selbernäherinnen. Zum MMM Blog geht es hier entlang. Vielen Dank für die Organisation! Claudia zeigt heute eine Jacke mit "dramatischer Form".

Freitag, 6. Oktober 2017

Zeit zum kuscheln

Regen, Sturm, grauer Himmel - der norddeutsche Herbst ist mit voller Wucht angekommen. 
Schön, wenn man es sich bei solchem Mistwetter daheim gemütlich machen kann. 


Mein Kollege ist vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden und für das kleine Mädchen habe ich nun ein Set aus Kissen und Krabbel-Kuschel-decke genäht. 


Volle Ladung Mädchenfarben! Das hat echt Spaß gemacht beim Nähen. 
Kürzlich habe ich das Geschenk überreicht und die Eltern haben sich sehr gefreut und waren ganz perplex. 




Der "große Bruder" des kleinen Mädchen hat bei seiner Geburt ein buntes Kissen von mir bekommen, Decken standen da noch nicht auf meinem Nähplan.  Für den Dreijährigen nähte ich darum noch eine Kuscheldecke hinterher. Wegen der Gerechtigkeit und weil es einfach doof ist, wenn die Bayschwester dauernd Geschenke bekommt und der große Bruder nicht. 



Volle Ladung Jungsfarben. Auch das hat mir beim Nähen wieder viel Freude bereitet. 


Für die Rückseite der Decke kam ein Fleece mit Fußbällen zum Einsatz, den ich bei Ina im Frühjahr ertauscht hatte. Die Fußbälle haben beim Papa sofort Begeisterung ausgelöst und er wollte die Decke schon für sich reklamieren - tja die kluge Näherin baut vor und hat die Decke schon gelabelt ;-) 



Für die Stoffbilanz schlagen die Patchwork-Teile ganz ordentlich zu Buche. Das ist gut und auch gewollt, denn die vielen Baumwollstoffe aus dem Beginn meiner Nählaufbahn schrumpfen nun endlich dahin. Mein vorhandener Bestand reicht aber noch für weitere 3 bis 5 Decken. 

Verbrauch:

5,30 m für Mädchen-Decke 1,20 m x 1,20 m und Kissen 30 x 40 cm 
4,00 m für Jungs-Decke 1,45m x 1,40 m  

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende! Macht es Euch gemütlich!

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Leichtes Shirt / MMM

Der MeMadeMittwoch hat heute Motto-Tag. Es geht um Details. 
Mein heutiges MeMadeMittwoch Outfits kann leider so gar nicht mir nähtechnischen Raffinessen aufwarten oder besonderen Details die gemeistert werden mussten. 


Das blau-bunte Shirt ist aus einem sehr leichten Viskosejersey den ich gemeinsam mit meiner Freundin in München beim Bogner Lagerverkauf erwarb. Der Schnitt ist von Burda, ein hoher Wasserfallkragen mit überschnittenen Schultern. 


Ich trug das Shirt beim kurzem Spaziergang am gestrigen Feiertag, bis uns ein Schauer erwischte und wir den Heimweg antraten. 

Der 3. Oktober ist für mich einer der wichtigsten Feiertage im Jahr. Ein Tag tiefer Dankbarkeit. Als der Einigungsvertrag am 3. Oktober 1990 unterschrieben wurde, war ich 18 Jahre alt. Jung genug, um die Chancen der neu gewonnenen Freiheit zu nutzen und die schwierigen Turbulenzen der Wendezeit wegzustecken.  
Ich konnte das Fachgebiet studieren, dass ich mir selber aussuchte (und nicht eine Planungskommission, die Bedarfe festlegte), an dem Studienort, den ich mir wählte.  Die Aufzählung ließe sich lange fortsetzen. Die Klostermauer auf den Fotos - restauriert aus Mitteln des Aufbau Ost. Und wenn ich mir meine Kleidung von gestern anschaue und überlege, was meine Mutter im Kleiderschrank hatte, als sie etwa so alt war wie ich heute - da liegen nicht nur Welten zwischen, sondern ein ganzes Universum.

Zwar gab es damals eine Nähmaschine bei uns daheim, die vorwiegend für Gardinen und kleine Nähreparaturen genutzt wurde. Aber Stoffe? Schnittmuster? Nähzubehör? - das war alles ziemlich schwierig zu bekommen. Die Grundlage für mein heutiges Hobby wurde dennoch zu dieser Zeit gelegt. Meine Oma nähte Kleinaufträge für die Nachbarschaft und bei ihr konnte ich sehen, welche Magie sich ergibt wenn aus einem Gewebe ein individuelles Kleidungsstück wurde. 

Zurück zum Shirt ohne nennenswerte Details ;-) Der blaubunte Druck fügt sich perfekt in meine Garderobe ein. Passt ins Büro und zu Jeans gleichermaßen. 


Auch wenn es langsam jahreszeitlich zu kühl für den leichten Flatterstoff wird, freue ich mich über jede Gelegenheit das Shirt anzuziehen. 


Dann bin ich gespannt, welche Details bei selbstgenähter KLeidung oder dem Leben der Selbernäherinnen es heute auf dem MMM Blog zu entdecken gibt. Vielen Dank für die Organisation!

Mittwoch, 27. September 2017

Nichts für schwache Nerven / MMM

Ein rotes Kleid fällt auf. Immer. 
Ein rotes Kleid im Büro/geschäftlichem Umfeld zu tragen, verlangt der Trägerin einiges ab. 
Es ist nichts für schwache Nerven. Ein rotes Kleid ist für Tage an denen man zeigen möchte, dass man da ist. Tage, an denen frau es mag, dass sie von Kopf bis Fuß gemustert wird. 

Für solche Tage habe ich mir nun das passende rote Kleid genäht. 



 Den roten Wollstoff mit etwas Elastan schenkte mir Kunzfrau vor einigen Jahren. Er war für einen Rock gedacht, aber aus knapp 1,70 m lässt sich soviel mehr als ein Rock machen. Es kann halt nur etwas dauern. Mit meiner neu entdeckten Freude an Kleidern konnte der rote Stoff nun seine Bestimmung finden und ich denke, das warten hat sich absolut gelohnt. 

Genäht habe den Schnitt Vogue V8828. Erprobt hatte ich den Schnitt bereits mit diesem Modell in lindgrün und marineblau

Die Teilungsnähte machen den Schnitt interessant und ermöglichen auch das Mixen von Stoffen. 
Der graue Wollstoff ist der Rest von einem Hosenprojekt.


Colorblocking auch im Rückenteil.


Und wenn wie Kamera nicht korrekt fokussiert, schaut es so aus. Künstlerisch wertvoll ;-) 


Statt eines klassischen Gehschlitzes habe ich eine Kellerfalte gearbeitet. Die Ärmel bedecken den Ellenbogen und sind deutlich schmaler als im Schnitt vorgesehen. 

Den Blindstichsaum werde ich aber nochmal nacharbeiten... das geht besser.


Bequem ist das Kleid trotzdem. Ich trug es einen Tag im Büro, einen Tag auf einer Konferenz, 4 Stunden während einer Bahnfahrt und am Wahlsonntag zum Geburtstag meines Neffen. Vielleicht hätte ich das Kleid zwischendrin mal bügeln sollen.... alle Knitter sind also echte Trageknitter und ich finde das Aumaß akzeptabel. 
 


Ein kurzer grauer (Kauf)Blazer mit 3/4 Ärmeln und kleinen Raffungen an den Taschen und im Rücken  ist die perfekte Ergänzung für das Kleid.

 Das Kleid ist komplett gefüttert mit leichtem Futterstoff. Der Futterstoff ist jedoch quietschig rosa - die Farbauswahl ist leider begrenzt und grau war mir zu fade.  

Stoffverbrauch: 1,30 m roter Wollmischstoff, 0,40 m grauer Wollmischstoff, 1,80 m Futterstoff


Als nächstes stehen Blusen auf dem Nähprogramm und Patchworkdecken und Jacken für die kalte Jahreszeit. Aber das nächste Kleiderprojekt spukt trotzdem schon im Kopf herum. 

Ich bin gespannt, was die anderen Damen beim MMM heute zeigen. 
Vielen Dank für die Organisation! Nina spaziert heute voran in einem ganz besonderen Kleid, wow!

Freitag, 22. September 2017

Mit der Nähmaschine in den Urlaub

Im August verbrachte ich eine vergnügliche Urlaubswoche mit den Kindern meiner Geschwister (Tantenwoche!) im Ferienhaus. Man weiß nie wie sich das Wetter entwickelt und so war natürlich meine Nähmaschine im Gepäck und etliches an Stoff und Schnitten. 

Bereits im letzen Jahr haben die Kinder und ich in den Ferien genäht, hier gibt es den damaligen Post.
Meine große Nichte hatte ihre Nähmaschine auch dabei und sie hat sich als kundige und geduldige Lehrkraft erwiesen....



Es wurde auch ordentlich gebügelt!



Am Ende war der große Wandbehang für die Nichte fertig und wird hier stolz präsentiert. Die Kinder haben ihn fast vollständig allein genäht. Auch der kleine Neffe hat geholfen, er war der "Stecknadelbeauftragte" und hat aufgepasst, dass alle Nähutentsilien wieder gut verstaut wurden.


Der Wandbehang, ein großes Utensilo, hängt am Bett meiner Nichte und verwahrt nun Kuscheltiere, Bücher und sonstige Schätze. 
Stoffverbrauch aus meinem Bestand: 2,10 m

Das zweite Nähprojekt der Ferienwoche forderte einen Großteil meine Aufmerksamkeit. Eine Schößchenbluse für die große Nichte. Sie hatte elastische Spitze und farbliche passenden Baumwollvoile geschenkt bekommen, der nun eine Bluse werden sollte. 


Das Material erwies sich als überaus zickig. Die Stretch-Spitze lies sich nicht so gut nähen und der Baumwollstoff löste sich schon beim anschauen in seine Einzelfasern... Außen- und Futterbluse wurden dann doch vollendet, der RV an der Seite eingesetzt und das Innenleben halbwegs akkurat versäubert (eine Ovi hatte ich nicht dabei)

Gemeinsam haben wir es dann geschafft. Die Bluse ist fertig. 
Sie steht meiner Nichte ganz großartig und zu schmalen Hosen ist es ein echter Hingucker. 

Bei der finalen Anprobe wollte die anderen dann der großen Nichte die Bühne
nicht allein überlassen ;-)

Ihr könnt Euch sicher sein, wir hatten echt viel Spaß dabei! 


In den kommenden Tagen soll es schönes Spätsommer-Wetter geben.
In diesem Sinne - ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 20. September 2017

Simplicity 7051 Kleid / MMM


Heute zeige ich mein neues Kleid in bürotauglichen Farben. 


Während der erste Herbststurm über Hamburg wehte, drückte ich meinem Kollegen die Kamera in die Hand und im obersten Geschoss des Stilwerkes gab es gutes Licht ohne Wind und Wetter.


Schnittmuster Simplicity 7051
Das Schnittmuster habe ich vor kurzem bei Monikate im Schnittmuster-Flohmarkt erstanden und recht zügig ein erstes Modell aus pink-weiß gestreiftem Baumwollmischstoff genäht. Das war die Probe, die sehr gut geglückt ist. 




Nach dem Probemodell konnte ich mein Vorräte an Wollstoff sichten und entschied mich für einen größeren Rest eines grauen Wollmischstoff und einen kleineren Rest es Karo-Wollmischstoffes.



Genäht habe ich die Variante mit 3/4 Arm und Riegel im Rücken.


Der Schnitt hat ohne große Änderungen gepasst. Das Rockteil habe ich verschmälert und 5 cm verlängert. Falls ein weiteres Exemplar gibt, würde ich im Rücken eine kleine Holkreuzanpassung vornehmen.

Das Kleid ist komplett gefüttert.... das Futterkleid ist wiedermal zusammen gestoppelt aus dem Bestand.


Ich bin angetan von dem Schnitt. Die Möglichkeit verschiedene Stoff zu kombinieren kommt mir wegen der Stoffdiät sehr entgegen und insgesamt ist die Optik dadurch interessanter ohne "bunt" zu wirken.



Auch unter dem Blazer ist es ein schöner Effekt mit den geteilten Vorderteil. 

Stoffverbrauch: 1,50 m Wollstoff, 1,50 m Futterstoff

Dann bin ich gespannt, welche Inspirationen es heute auf dem MMM Laufsteg zu sehen gibt. 
Heute begrüßt uns Gastbloggerin Rothedinge in einer glamourösen Hose. Vielen Dank für die Organisation!

Mittwoch, 13. September 2017

Viel Gerüsche / MMM


Ich zeige heute auf dem Laufsteg der Mittwochs-Damen meine neue Bluse. Mit Rüschen. Ja, tatsächlich mit Rüschen. 

Hätte mir vor einem halben Jahr jemand gesagt, dass ich soeine Bluse nähen würde, sollte - ich hätte es kategorisch abgelehnt. 

Die Dinge ändern sich, frau will sich ausprobieren und im Frühjahr hatte ich einen schönen rosa Blusenstoff erworben. Grundsätzlich fühle ich mich zu rosa nicht so hingezogen, dieser Stoff gefiel mir aber und wenn schon rosa, dann auch Rüschen - blitzte es durch meinen Kopf.


Rosa und viele Rüschen, aber zum Glück auch etwas Karo.


Ganz frisch ist mein Faible für Rüschen nicht, das graue Seidentop mit gemäßigter Rüsche zeigte ich im Juli. 


Es war etwas speziell am Sonntag durch das heimische Kleinstädtchen zu spazieren um die Fotos zu machen. Rosa Rüschebluse mit marineblauer Anzughose, daneben das Herblatt mit Jeans, Hoodie und Fotorucksack  - ich kam mir vor wie das letzte Einhorn. ;-) 



Die Bluse ist nach Vogue 8772, die Rüsche von Vogue 9029. 
Der Schnitt ist bei mir bewährt, ich nähe ihn immer wieder gern.  




Meine Rüschenbluse macht sich im Bürooutfit so gut wie erhofft. Mit dunkelblauer Hose und dunkelblauem Blazer ist man auch für wichtige Besprechungen gewappnet.


Wenn der Blazer zugeknöpft ist, fällt die Rüschenpracht kaum auf, dann steht mehr die Farbe im Vordergrund. 


Während das Herzblatt die Fotoausrüstung trug, brauchte ich nur Wechselschuhe und den neuen Katalog von Stoff und Stil in der Tasche verstauen - damit waren alle Requisiten Bord. 


Nach den Fotos genossen wir die Abendstimmung des Spätsommers.


So dann gehe ich mal schauen, was die Garderoben-Wetterkarte für den heutigen Mittwoch so hergibt.  


Vielen Dank dem Team vom MeMadeMittwoch für die Organisation!
Katharina führt heute den Reigen an in einer tollen Culotte. 

Für die Stoffdiät leistet die Bluse keinen großen Beitrag. Der Stoff ist neu gekauft. Immerhin hatte ich nur 1,30 m mitgenommen, die auch fast vollständig für die Bluse gebraucht wurden. Ganz kleine Reste sind inzwischen schon in einem Patchworkkissen vernäht.  Zum aktuellen Stand der Stoffdiät geht es hier. Das Linktool ist noch bis Mitte nächster Woche geöffnet.