Aus meiner Wolle (gefärbt von Frau Wo aus Po) "Grüne Idylle" habe ich einen Schal gestrickt.
Luftig zart, nur 60 gr. schwer und dabei 35 cm breit sowie 190 cm lang.
Gestrickt mit Nadel Nr. 4, nach eigenem Design. Der Mittelteil wird quer gestrickt, begonnen und geendet wird mit einer Lochreihe, ebenso Umschläge am Beginn und Ende der Reihe, damit die Rund-Rum-Spitze gut angebracht werden kann.
Der Mittelteil ist schlicht glatt rechts, mit einigen Lochreihen für gute Belüftung und lockeres Feeling. Die Rund-rum-Spitze hat es hingegen in sich, auch weil dann mehr als 540 Maschen auf in einer Runde gestrickt werden wollen.
Das schöne Garn wechselt in der Farbe von zartem lindgrün über flaschengrün bis dunkelgrün und lässt das Gestrick herrlich lebendig wirken ohne unruhig zu sein.
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Das Hörbuch zum Schal ist die Familiengeschichte der Australierin Cassandra, die in den Jahren 1900 - 2005 angesiedelt ist und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird.
Die biografische Reise führt nach England - Mythen der australischen Ureinwohner haben in diesem Roman kein Platz, und das ist gut so - und bringen die Verwicklungen des Lebens, die es in jeder Generation gibt, zu Tage. Doris Wolter liest das Buch mit Spannung aber erfreulicher Unaufgeregtheit und findet für die verschiedenen Figuren den richtigen Ton.
Und dann saß ich neulich strickend im Zug (was sonst) und erkannte aus den Augenwinkeln, dass auf dem Sitz gegenüber gerade dieses Buch gelesen wurde. Da grinst man so heimlich in sich hinein, dass noch andere die Geschichte mit einem teilen. Dann schaute ich genauer hin und erkannte, der jemand ein Herr war. Das hat mich irritiert. Sekunden später schalte ich mich eine bornierte Kuestensocke *Schimpf und Schande über mich*, von wegen typisch Frau und Frauenliteratur, typisch Mann und Männerliteratur, soll doch jeder lesen was ihm gefällt.