Donnerstag, 25. März 2010

Keine leichte Kost

.... ist das Buch "Stiller" von Max Frisch, gelesen von Ullrich Matthes.
Gute 9 Stunden wird die Geschichte von und über Stiller erzählt.

Aus dem Inhalt (siehe wikipedia)

„Ich bin nicht Stiller!“ Mit diesen Worten wehrt sich der Ich-Erzähler, der einen amerikanischen Pass auf den Namen James Larkin White besitzt, gegen seine Festnahme bei der Einreise in die Schweiz. Dort hält man ihn für den verschollenen Schweizer Bildhauer Anatol Ludwig Stiller, eine Identität, die White beharrlich verleugnet, obwohl ihn Bekannte und Freunde als ebendiesen Stiller identifizieren. Was Stiller konkret zur Last gelegt wird, bleibt nebulös. Doch allein schon die Tatsache seines Untertauchens weckt Spekulationen über eine mögliche Spionagetätigkeit. Whites konsequente Weigerung, der in ihm erkannte Stiller zu sein, schürt den Verdacht weiter, ebenso wie seine laut vorgetragene Kritik an der Schweiz. So bleibt White vorerst in Untersuchungshaft in einem Zürcher Gefängnis, wo nur sein Wärter Knobel ihn als den zu akzeptieren bereit ist, als der White sich ausgibt. Begierig lauscht der Wärter den wilden Abenteuergeschichten seines Häftlings aus Mexiko, die immer bunter und widersprüchlicher werden und in gleich mehreren Morden münden, die White in Übersee begangen haben will, darunter auch dem Mord an seiner Ehefrau.

Erzählt wird die Gesichte von dem vermeintlichen Stiller selbst, der seine Gedanken in Tagebüchern während des Gefängnisaufenthaltes niederschreibt sowie von Rolf, dem Staatsanwalt in diesem Prozess. Staatsanwalt Rolf hat zudem eine eigene Verbindung zu Stiller, Stiller hatte vor Jahren ein Affäre mit seiner Frau.

Die Geschichte ist streckenweise sehr verworren und auf vielfältige Weise wird deutlich, dass die Hauptfigur in ihrer inneren Zerrissenheit dem gesellschaftlichen Druck, der vermisste Stiller zu sein, kaum standhalten wird und alles auf einen Zusammenbruch oder eine Katastrophe zusteuert.

Interessant sind das Auf und Ab sowie die Beziehungen der Figuren untereinander, die erst nach und nach zu Tage kommen, in diesem Werk von Max Frisch in jedem Fall. Dass es ein Klassiker geworden ist, verwundert nicht.

Die Hörbuchfassung hätte meiner Meinung nach einen engagierteren Sprecher als Ulrich Matthes verdient. Seine Stimme ist zwar meist angenehm, und in vielen Passagen kommen die Widersprüche in der Figur des Stiller/White gut zur Geltung, insgesamt hätte mir aber etwas mehr Tempo und Abwechslung der Lesung besser gefallen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Antje,
    du scheinst Hörbuchfan zu sein ... ist ja auch ideal beim stricken nebenbei ...
    Ich werde das jetzt auch einmal versuchen, habe hier eine schöne Sammlung von Rilke Gedichten ...
    Ich habe das schon vor Augen ...
    Terrasse, Cappuccino, mein Strickzeug und RILKE ...
    Aber vorher ist einiges an Mühsal angesagt, ich ziehe um und habe dann diese besagte Terrasse ...
    LG Susanne
    PS. Dein Sockenprojekt ist der Knaller ...

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