Montag, 14. September 2009

Kürzlich

hatte der Lieblingsmann Geburtstag und für das gerade erworbene In-Handy gab es einen wolligen Schutz in "Herrenfarben." Ich habe mich gewundert, dass mein Vorschlag für eine Handysocke sogleich begeistert aufgenommen wurde, Socken für die Füße musste ich ihm Anfang des Jahres fast aufschwatzen...







Zur Feier des Tages gönnten wir uns Kultur in der Hamburger Laeiszhalle. Anna Netrebko und Bryn Terfel gaben mit der Prager Philharmonie und der Mezzo-Sopranistin Ekaterina Semenchuk im Konzert. Für je 65 EUR hatte ich Karten erstanden, es war die preiswerteste Platzkategorie. Von der Bühne konnten wir kaum etwas sehen, auf der Karte stand kleingedruckt "Hörplatz"...
Um doch die Stars des Abends sehen zu können, nutzten wir die Sitzlplätze nur partiell und blieben stehen, wie viele andere Zuschauer auf dem zweiten Rang auch.
In der Halle war eine tolle Stimmung, nach jedem Stück gab es tosenden Applaus und Bravo-Rufe. Das mit den Bravo-Rufen nach jeder Arie ist nicht so mein Ding, es wurde wirklich sehr schön gesunden, keine Frage - aber Bravo Rufe nach jeder 4 Minuten-Arie? Weil es Stars sind? Weil es mittlerweile üblich ist? Weil es alle machen? Also ich weiss nicht - vielleicht bin ich auch nur norddeutsch-unterkühlt.
In der Pause wurde es lebhaft - ein älterer Herr, der 3 Reihen hinter uns seinen Platz hatte (die Reihen waren stark ansteigend), putzte uns lautstark herunter, wie unverfroren es sei während des Konzertes zu stehen. Er hätte nur unsere Rückenansichten gesehen und dafür seien 65 EUR Kartenpreis zu viel. Er kam aus dem Schimpfen gar nicht wieder raus... er wolle das Ambiente sehen, die Bühe könne er ja eh nicht erkennen, da könnte er ja gleich eine CD kaufen usw. Da wird man wieder 5 Jahre alt und fühlt sich von der Kindergärtnerin ausgeschimpft, weil das Spielzeug nicht weggeräumt wurde. Eine kurze sachliche Ansage hätte uns sein Anliegen schon ausreichend verdeutlicht ;-(
In der zweiten Konzerthälfte haben wir dann zumeist gesessen und nichts gesehen als die Leute vom gegenüberliegenden Rang, die sämtlichst gestanden haben. Nahezu alle Leute auf unserer Ecke haben auch gestanden, nur der besagte Herr blieb sitzen und da wir die Plätze drei Reihen vor ihm hatten, wir dann auch. Seine Frau hatte sich an eine Säule gestellt, die wollte auch was sehen... Na das war schon putzig. Als dann die Zugaben kamen, blieben wir auch stehen.
Alle auf unserer Ecke hatten Hörplätze...


Na jedenfalls gab es schöne Musik. Es ist schon ein Erlebnis Frau Netrebko live zu hören, sie kam auch sehr sympatisch rüber. Wenn ich wieder die Wahl habe, nehme ich jedoch lieber Opernkarten, da habe ich dann auch inhaltliche Zusammenhänge am Abend und keine Aneinandereihung von Einzelwerken und in der Staatsoper gibt es für 65 EUR schon Plätze gaaanz weit vorn mit bester Sicht auf die Bühne.

Kommentare:

  1. Antje,
    Da habt ihr ja einen schönen Abend gehabt. Gebe zu, dass mir das zuviel Kultur ist. Bin für solche Musik nicht so sehr zu haben.
    Und gut, dass das In-Handy deines Lieblingsmannes jetzt vor Kratzern geschützt ist!

    Auf bald
    Marion

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  2. Ja, wenn ich dem Lieblingsmann was stricken will, da muss ich auch vorher monatelang bitten und betteln. Was war das doch für ein Drama, bis ich ihm Socken stricken durfe!
    Das Konzert war sicher ein Erlebnis. Aber da müsste ich wahrscheinlich noch länger bitten und betteln, um den Lieblingsmann zu so etwas zu verleiten.
    Liebe Grüße von Margot

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  3. Deine Handysocken sieht sehr gut aus, so elegant :-)

    Und der Konzertabend hört sich auch gut an, wenn ich auch finde, daß man für 65,- € wenigstens was sehen sollte. Da würde ich dann doch auch lieber die Opernkarten bevorzugen.

    Liebe Grüße
    Tina

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